„Diskussione“ wird VideoOfTheWeek beim RFV Basel

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Der RFV Basel, besser gesagt DR.Fisch, wählten das Video „Diskussione“ von Levo&Kush, produziert von Manoo&Jake für PW Records, zum Video of the Week!!! Dies ist nach „SSL“ von Chilz das zweite Video aus der Hand von Manoo, dem diese Ehre zugeteilt wird. Beide Videos wurden übrigens von Filmfestivals abgelehnt…

Hier der Original Text:

Dieses RFV-«Video of the Week» erhält ausnahmsweise eine persönliche Ansage. Denn es ist (aus Sicht von Doktor Fisch vom RFV Basel) das einzige Musikvideo – die einzige musikalische Botschaft in der weiten Basler Umgebung –, das dem aktuellen Elend zwischen Krieg, Terror, Vertreibung, Flucht, Grausamkeit, Hunger und Kinderarbeit (und westlicher Doppelmoral) etwas entgegenstellt. Es ist ja nicht so, dass die Frauen, Kinder und Männer aus Syrien, Irak, Afghanistan, Libyen, Eritrea, Somalia, Mali, Nigeria oder anderen Krisengebieten ohne Grund flüchten. Nach Europa. Es ist ja nicht so, dass man als Europäer oder Schweizerin rein gar nichts damit zu tun hätte. Es ist aber auch nicht so – ich lasse mich gern vom Gegenteil überzeugen –, dass bisher ein Festivalveranstalter oder eine Band in diesem heissen Sommer 2015 in Basel die Chance genutzt hätte, sich mit den Vertriebenen dieser Welt zu solidarisieren. Live, on stage, on air, in einem Video. Bisher ist niemand hingestanden und hat öffentlich gesagt, was viele bewegt. Nämlich: Hilflosigkeit, Wut, Trauer, diffuse Angst oder vielleicht der wachsende Wille, in irgendeiner Form zu helfen. Solidarität zu zeigen.

 Es ist ja auch nicht so, dass alle Schweizerinnen und Schweizer die bewaffnete Armee an der Grenze stehen haben wollen, wie dies die Kommentare zum Beispiel bei 20 Minuten online erahnen lassen.
Es muss ja auch nicht sein, dass auf dem Pausenplatz nach dem Ende der Sommerferien die Beleidigung «Du Opfer!» durch «Du Flüchtling!» ersetzt wird. Es darf nicht sein, dass Menschlichkeit durch Zynismus ersetzt wird.
Es muss, es darf aber auch nicht sein, dass kreative Musikschaffende und Festivalveranstalter in der Region Basel rein gar nichts zu dieser Katastrophe zu sagen haben. Was Politikerinnen und Politiker nicht ins Wahljahr passt, könnten doch Musikschaffenden übernehmen: Solidariät zeigen. Denn wir feiern unsere Festivals und Feste in der Comfort Zone Basel munter weiter, als gäbe es keine Flüchtlingskatastrophe, als gäbe es nicht jeden Tag mehr Fremdenhass und Angst vor dem, was da kommen kann. Und niemand kriegt dabei ein Wort der Entrüstung, der Solidarität über die Lippen. Wirklich niemand? Doch, eben. Die Basler Rapper Kush Karisma & Levo Rimed sprechen Klartext. Sie benennen ein paar Dinge, die wir eigentlich alle wissen könnten. Sie sprechen ihre Sprache; kein Polit-Sprech, kein Gutmenschen-Sprech, kein PR-Textchen, sondern Klartext von der Strasse. Deswegen haben Afroamerikaner den Rap einst erfunden: Um ihre eigenen Worte in aller Direktheit unter die Leute zu bringen.

Deshalb ist «Diskussione» mit etwas Verzögerung nun «Video of the Week». Nicht nur, aber auch, weil es das einzige ist, das sagt: So nicht. So geht es nicht weiter. Das macht uns krank.

 Doktor Fisch

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~ von K.W.A.T - 17. August 2015.

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